Wie wirkt eigentlich...Johanniskraut?

Sonntag, 20. Dezember 2020

Schriftzug "Wie wirkt eigentlich Johanniskraut?" vor Blume in Graustufen

 

 

Was hat gelbe Blüten, färbt rot und hat mich beim Thema Medikationsmanagement im Studium ohne Ende genervt?


Botanische Zeichnung einer gelb-blütigen Pflanze, Johanniskraut
Prof. Dr. Thomé, via Wikimedia Commons

Richtig. Johanniskraut. Hergottsblut. Hypericum Perforatum.
Es hat wunderhübsche, durchlöchert-scheinende Blätter. Und die Blüten sind auch ganz nett anzusehen. (Praktischerweise gehört es auch noch in die Familie der Hypericaceae, der Johanniskrautgewächse. Macht das Lernen für die Bio-Klausur um einiges einfacher :D)

Warum hat mein Medikament ein CE-Zeichen?

Samstag, 12. Dezember 2020

 

"Warum ein CE-Zeichen?" vor einem Bild mit Maske, Spritze und Tabletten

 Habt ihr grade eine Packung Halsschmerztabletten zu Hand? Welche, die weder desinfizieren noch betäuben? Die einfach den Hals beruhigen, wenn man z.B. zu viel gesungen und gesprochen hat? Die Werbung mit so Dingen wie „Hydrogel-Komplex“ oder einem „Schutzfilm für die Schleimhäute“ machen?


Ja? Super. Dreht mal die Faltschachtel ein bisschen hin und her. Betrachtet sie von allen Seiten. Seht ihr das CE-Kennzeichen


Und jetzt nehmt mal eine Packung vom Schmerzmittel eures Vertrauens in die Hand. (Wenn ihr ganz pingelig beim Vergleich sein wollt: Bitte eins das nicht verschreibungspflichtig ist…) Dreht die Faltschachtel ebenfalls ein bisschen hin und her. Hier werdet ihr kein CE-Kennzeichen finden. 

Was ist eigentlich...Zulassung?

Samstag, 14. November 2020

Was ist eigentlich Zulassung? Hintergrund: Aktenordner

 

Oder wie beweist man einer Behörde, dass ein Medikament wirksam, unbedenklich und von guter Qualität ist?

Das sind nämlich die drei Anforderungen, die das Arzneimittelgesetz an ein in Deutschland zugelassenes Medikament stellt. Eigentlich stellt jedes Land diese Anforderung an Medikamente, nur wie man es der zuständigen Behörde beweist ist unterschiedlich.


Aber vielleicht erstmal von vorne.

Wie wirkt eigentlich…Cortison?

Mittwoch, 29. Juli 2020
Wie wirkt eigentlich...Cortison


Von Cortison hat ja jeder schon einmal was gehört. Spätestens seit die Medien Dexamethason im Juni 2020 als DEN heißen Scheiß gegen Covid-19 verklärt haben.
Als Fachmensch spricht man übrigens nicht von Cortison sondern von Glucocorticoiden, Cortison selbst ist einfach nur eins von vielen und noch dazu sogar eine inaktive Form! In unserem Körper wirkt nämlich Cortisol.
Kleines Suchbild gefällig? Wie unterscheiden sich die beiden eigentlich von einander, seht ihr den Unterschied?

Chemische Strukturformeln von Cortisol und Cortison

Abnehmpillen, das Wundermittel?

Samstag, 1. Februar 2020
Abnehmpillen, das Wundermittel?

Neues Jahr, neue Vorsätze und überhaupt nach der ganzen Völlerei über die Feiertage muss eh wieder was runter. Wäre doch schön, wenn es da eine Pille gäbe. Einfach eine Tablette schlucken und die ungewollten Kilos schmelzen weg.

Von Fieber und erhöhter Temperatur

Freitag, 24. Januar 2020





-Also meine Frau nimmt ja Paracetamol nur wenn sie wirklich Fieber hat. Ich habe ihr jetzt gesagt, sie soll das mal ein paar Tage hintereinander nehmen, damit das Fieber nicht wiederkommt.

- Ähm, also Ihre Frau hat da Recht. Paracetamol sollte man nur nehmen, wenn man akut Fieber oder Schmerzen hat. 

-Aber sie hat in letzter Zeit so häufig Fieber…

-Wie hoch ist das Fieber denn? Generell sollte Ihre Frau dann mal zum Arzt gehen, wenn sie so häufig Fieber hat. 

-Immer wieder 38°C hatte sie die letzten Tage. Sie ist ja so erkältet. 

-38°C sind für einen gesunden Erwachsenen kein Problem und auch kein richtiges Fieber. Erhöhte Temperatur ist bei Infektionskrankheiten normal und sogar eher ein gutes Zeichen.

-Aber Fieber ist doch was richtig Schlimmes?

Ja, also. Wo fange ich an.

Oh du fröhliche, oh du giftige, todesbringende Weihnachtszeit...

Dienstag, 24. Dezember 2019

In der Weihnachtszeit findet erstaunlich vieles Giftiges Platz in unserem Leben. Angefangen beim Alkohol auf dem Weihnachtsmarkt. Ich habe mich da aber mal auf drei Sachen beschränkt, die einem vielleicht nicht sofort einfallen beim Thema Gift.

Disclaimer:  Das ist hier alles rein hypothetisch und sollte nicht an nervigen Verwandten getestet werden. Studien mit so kleiner Teilnehmerzahl haben eh kaum Wert.

Christrose

Botanische Zeichnung einer Christrose
Amédée Masclef - Atlas des plantes de France. 1891, Public Domain, Link
Grade im Winter ist man über immergrüne Pflanzen wie die Christrose (oder Schneerose) sehr froh. Aber man sollte sie dann doch irgendwo hinstellen, wo Kinder, Katzen und andere Lebewesen, die gerne unkontrolliert an Pflanzen knabbern nicht, hinkommen.
Warum?
Erstmal sind in der Christrose sogenannte Herzglykoside enthalten, das sind an Zucker (ja, da gibt es verschiedene, fragt mal Tante Wikipedia) gebundenen Stoffe, die eine Wirkung auf das menschlichen Herz haben, wenn man sie isst oder sie sonst wie ins Blut kommen. Sie sorgen für einen langsameren Herzschlag und steigern die Kraft mit der das Herz schlägt. An sich jetzt nicht so das schlechteste, allerdings können die  Herzglykoside auch Herzrythmusstörungen und sogar Herzstillstand verursachen und das teils in sehr geringen Dosen.
Das Haupt-Herzglykosid in Christrosen heißt Hellebrin, viel giftiger ist jedoch das Aglykon d.h. die Variante des Hellebrins, die nicht an einen Zucker gebunden ist. Hellebrigenin nennt man das dann und bei Mäusen sind 77 ug pro Kilo Körpergewicht tödlich. Wenn man davon ausgeht, dass beim Menschen eine ähnliche Dosis tödlich ist, sind das nur etwa 5,4 mg für einen 70 kg Menschen. Nicht so wahnsinnig viel, glücklicherweise ist es nur in den unterirdischen Teilen der Pflanze nachgewiesen worden, die man jetzt ja eher weniger aus Versehen isst.
Also Glück gehabt?
Naja, im Saft der Pflanze ist, wie bei allen Hahnenfußgewächsen,  Protoanemonin enthalten, dass beim Verschlucken die Magenschleimhaut reizt und Rötungen bishin zu Blasen bei Berührung mit der Haut verursacht. Man sollte also die Pflanze auch nicht verletzen in dem man Blätter abknickt oder ähnliches. Oder dabei zu mindestens gute Handschuhe tragen.

Zimt

Oder warum ich extra Ceylon-Zimt kaufte um meinen Zimtkonsum in der Winterzeit angstfrei aufrecht erhalten zu können.

Zimtstangen
Links echter Zimt, rechts Indonesischer Zimt
Antti Vähä-Sipilä [CC BY-SA 1.0 fi], via Wikimedia Commons
Was genaugenommen etwas sehr übertrieben ist, andererseits kippe ich Zimt wirklich löffelweise in meine heiße Schokolade und esse ja auch noch andere Sachen in denen das drin ist.

Cumarin, die giftige Komponente in Zimt, kommt nämlich nicht in allen Zimtarten vor, im echten Zimt bzw. Ceylon-Zimt ist nur sehr wenig davon drin. Im billigeren und häufigeren Cassia-Zimt dagegen teils eine sehrgroße Menge. Trotzdem müsste man über längere Zeiträume mehrere Gramm Zimt am Tag essen um ernsthafte Probleme zu bekommen.
Cumarin kann unter anderem zu Leberschäden undHautirritationen führen, letzteres ist aber vor allem ein Problem bei Kosmetika, Zimt an sich reibt man ja eher weniger auf die Haut.

„Fun-fact“ Cumarin ist auch der Stoff, der Maibowle teils zu einer so schlechten Idee macht. Denn in verwelktem Waldmeister entsteht er auch und verursacht so zusätzliche zum Alkohol Kopfschmerzen und Benommenheit.

Marzipan

Hach, das gute Lübecker Marzipan. Es riecht so schön nach Blausäure und Benzaldehyd. Also für die Menschen, die Blausäure/Cyanid tatsächlich wahrnehmen können. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung kann das nämlich nicht.  Glücklicherweise ist der maximale Cyanidgehalt in Marzipan aber eh vorgeschrieben.

Bei nur 50 mg pro kg Lebensmittel muss man schon mindesten 3kg Marzipan essen.

Auf einmal.

Wenn denn das enthaltende Cyanid überhaupt im Blut ankommen würde…

Beim Herstellprozess von Marzipan (und auch Persipan) wird nämlich das Enzym zerstört, das für die Freisetzung aus der natürlich vorkommenden Form verantwortlich ist. Das Cyanid ist in Mandel- und Pfirsichkernen nämlich an einen Zucker gebunen und in dieser Form nicht giftig. Blöderweise bringen die Kerne nur das Enzym zum Giftig-machen, die ß-Glukosidase, selbst mit. Marzipan wird aber so stark erhitzt bei der Herstellung, dass das Enzym kaputt geht. Es kann also kein/kaum Cyanid mehr freisetzen. 

Marzipankartoffeln
Marzipan-Kartoffeln
Asio otus [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Darauf erstmal ne Tüte Marzipan-Kartoffeln.
Aber wieso ist Cyanid eigentlich giftig? Es blockiert ein Enzym,ohne das die Zellatmung nicht stattfinden kann. Man erstickt also quasi von innen. Eher nicht so toll. Also lieber vermeiden das in irgendeiner Form in den Körper zu bekommen, so als generelle Gesundheitsempfehlung.





Header-Hintergrund von Ylanites Koppens via Pexels
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